So ähnlich ging es dieser Tage auch Frau Ratlos (Name geändert) aus unserer Gemeinde, mit fast 80 fest auf dem Boden der Kirche stehend. Ihre EC-Karte war weg. Dabei hatte Frau Ratlos sie erst am Morgen noch in der Apotheke gebraucht. Da wurde alles zu Hause durchsucht. Es half nichts, die Karte blieb verschwunden.
Aber da erinnerte sie sich an den heiligen Antonius von Padua, dem man nach der Legende Hilfe beim Wiederfinden verlorener Sachen zuschreibt. Also gelobte Frau Ratlos 5 Euro und suchte und suchte und fand nichts.
Sollte sie die EC-Karte sperren lassen, ehe ihr Konto geplündert wurde? „Du bist hartnäckig, Antonius, aber 10 Euro!“, so Frau Ratlos. Sie suchte und suchte und fand die Karte nicht.
Eine unruhige Nacht folgte einem Tag der Suche. Um 1 Uhr stand sie wieder auf und erhöhte auf 20 Euro. „Aber mehr nicht“, seufzte sie und schleppte sogar im Dunkeln die blaue Papiertonne ins Haus und kippte sie im Keller aus. Man kann ja nie wissen. Nichts! Dann hing da in der Küche noch die Tasche mit den zwei kleinen Seitenfächern, in die nichts hineinpasst. Frau Ratlos schüttelt verzweifelt die Tasche aus und aus einem Seitenfach fällt die EC-Karte auf den Boden.
Lange nicht mehr hat Frau Ratlos danach so gut geschlafen wie in dieser Nacht. Der 20-Euro-Schein aber kam in einen neutralen Umschlag mit der Aufschrift „Für Pfarrheimrenovierung“ und wanderte in den Pfarrhausbriefkasten.
Ob man es glaubt oder nicht: Es war genau die 20-Euro-Restsumme, die noch an der Finanzierung der in den Sommerferien anstehenden Renovierung fehlte.
Da sage doch einer, der „Schlampertoni“, wie der berühmte Kirchenlehrer Antonius von Padua auch scherzhaft genannt wird, würde nicht helfen. Der Frau Ratlos nämlich und der Pfarrgemeinde!