Zwei Kindergärten trägt die Katholische
Kirchengemeinde Heilige Familie im Ort: St. Marien und St. Raphael. Gemeinsam
bilden sie das Familienzentrum Oeventrop. Noch ist es nicht amtlich, da die Zertifizierung
aussteht. Ende Mai wurde die Bewerbung eingereicht.
Weil sie zur selben
Kirchengemeinde gehören, habe die Zusammenarbeit nahe gelegen, sind sich die
Leiterinnen einig. Simone König arbeitet seit 2000 in St. Marien, seit 2001
leitet sie die Einrichtung. Christhild Kraas ist seit 1991 in St. Raphael
tätig, seit 2007 als Leiterin.
Auf keinen Fall wolle man sich „gegenseitig
Konkurrenz machen”, betont Christhild Kraas. Simone König ergänzt: „Es macht
Sinn, die Familien an allen Ecken zu erreichen. Der Verbund war vom Träger so
gewollt.”
Man wolle sich „zukunftsorientiert positionieren”,
betont Christhild Kraas: „Einerseits um die Arbeitsplätze zu sichern,
andererseits um für Familien mehr anbieten zu können.”
Manchmal braucht man einen langen Atem, bis sich
Erfolge zeigen. Beispiel Erziehungsberatung: „Von Januar bis März ist kein
Einziger gekommen, jetzt wird es auch genutzt”, berichtet Simone König. Sie hat
daraus gelernt: „Das Angebot muss erst mal da sein, auch erst mal brach liegen
- und irgendwann wird es vielleicht angenommen.”
Groß war das Interesse am Prager
Eltern-Kind-Programm: Körpererfahrung für die ganz Kleinen steht dabei im
Mittelpunkt. Seit Januar wird eine Gruppe angeboten, seit April sogar eine
zweite. Insgesamt besuchen 13 Familien die Treffen. „Das ist spontan super
angenommen worden”, berichtet die St.-Marien-Kindergartenleiterin.
Dennoch sind sich die beiden Frauen einig: „Die
Resonanz von außen ist noch dünn, aber es wird.” Oft bekommen sie zu hören:
„Och, das ist vom Kindergarten. Die Trennung von Familienzentrum und
Kindergarten muss erst mal ins Bewusstsein gelangen”, sagt Simone König. Durch Flugblätter etwa versucht man, eine breite
Streuung zu erreichen.
Musikprojekt
fand große Zustimmung
Eine Bedarfsabfrage stand am Anfang. Ergebnis: Die
Eltern wünschten sich Angebote, die sie gemeinsam mit ihren Kindern nutzen
können. Das wurde bei den Planungen berücksichtigt: Das Musikprojekt mit Themen
von Klassik bis Tanz wurde so stark frequentiert, das zwei Kurse eingerichtet
wurden. Auch Englisch für Kinder im Kindergartenalter mit ihren Eltern stieß
auf große Resonanz.
Anders ist es beim Sport: „Der TuS Oeventrop macht
schon so viel, da ist bei unseren Kursen die Resonanz nicht so groß.” Die
Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen läuft erst an: „Das ist eine Sache, die
noch wachsen muss. Da geben wir uns einfach die Zeit, um zu gucken, was passt,
was kommt gut an”, erläutert Simone König.
Gefragt ist hingegen Elterninformation, schildert
Christhild Kraas: Kinderkrankheiten, Homöopathie, Sprachauffälligkeiten,
gesunde Ernährung - das sind Themen, die interessieren. Wenig läuft indes im
multikulturellen Bereich - bei gerade mal vier Prozent Kindern mit
Migrationshintergrund in Oeventrop ist das auch kein Wunder.
„Wir hatten es einfacher als die anderen”
Profitieren kann auch Oeventrop von der
Steuerungsgruppe im Arnsberger Modell, zu dem alle Familienzentren im
Stadtgebiet gehören: „Die Vernetzung wird besser, weil wir darüber immer neue Kontakte
knüpfen.” Simone König weiß: „Wir hatten es sicherlich einfacher als die
Einrichtungen, die vorher angefangen haben. Man wird gut mit auf den Weg
genommen.”
Nach der Bewerbungsphase sind sich die Frauen einig:
„Die Idee Familienzentrum ist eine supergute Idee. Man kann zu fast allen
Familien ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen.”