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Am St. Peterstag beginnt der Frühling

Vor über 100 Jahren noch zogen zur Dämmerstunde im Sauerland – überliefert ist das auch für Oeventrop – die Kinder durch das Dorf zum „Sonnenvogeljagen“. Das ist ein untergegangener Brauch am Vorabend des 22. Februar. An diesem Tag feiert die kath. Kirche den „Peterstag“, auch „Petri Stuhlfeier“ genannt, ein heute im Bewusstsein der Bevölkerung kaum noch vorhandenes Fest. Mit der „Stuhlfeier“ wird der Bischofswürde des hl. Petrus gedacht.

Dieser „Peterstag“ aber war im Volk von altersher der eigentliche Frühlingsanfang. Wie Kessemeier in seinem Buch „Die Ruhrdörfer“ dokumentiert, zogen am Vorabend die Schulkinder durch die drei Ortsteile. Sie klopften mit Knüppeln an die vier Wände der Häuser und sangen dieses Lied:

Weckop, weckop Sunnenviuel,

Sünte Poiter ise kuemen.

Klaine Mius, gräote Mius,

alle Unglück iut düesem Hius!

In de stoinern Kiule

Saste inne verfiulen!

In de stoinern Krippe

saste inne sitten!

Bit tint Johr ümme düese Toit,

biet dat di de lange Hals afgoiht.

Der „Sunnenviuel“ als „Sonnenvogel“ ist der Schmetterling, ein altes Symbol für die Seele. Die Erwachsenen des 19. Jahrhunderts in Oeventrop warteten immer freudig gespannt auf die den Frühling einsingenden Kinder. Die erhielten dann zur Belohnung ein für heutige Verhältnisse bescheidenes Ei.

Pastoralverbund Oeventrop / Rumbeck | info@pvor.de