Am Mittwoch wurde die Schützenhalle zum Frauentollhaus für Hippies und wild gewordene Haushälterinnen.
Sie sind schon etwas in die Jahre gekommen, die Blumenkinder aus Oeventrop. "Gestern noch in Woodstock, heute in der Schützenhalle", begrüßte Lore Flaschel die Hippiegarde der Urgesteine des Frauenkarnevals, die auf der Bühne Platz nahm. Mit einem Glas Pfirsichbowle und ein paar Takten Musik ging es direkt in die 70er Jahre. Das Publikum sang die bekannten Schlager dieser Zeit begeistert mit.
Die kfd-Frauen hatten nicht nur die Musiktruhe geöffnet, sie zappten sich auch zurück ins Fernsehprogramm jener Zeit. Beliebt war das Quiz "Dalli-Dalli" und Heike Rumpf als Hänschen Rosenthal einfach "Spitze". Ein Highlight war auch das live aufgeführte "Dinner for One" mit Silvia Klauke als stilechte "Miss Sophie". Andrea Hiller brillierte in ihrer Rolle als nimmermüder, doch nicht ganz trinkfester "Butler James".
Marlen Balkenhol und Hedi Siedhoff ließen sich auch in diesem Jahr das Tratschen nicht verbieten und hielten ihren ganz persönlichen Jahresrückblick. Als Teenager nahmen sie noch einmal unter der Stehlampe auf der im 60er Jahre-Look eingerichteten Bühne Platz und verrieten, was die Oeventroper Mädchen in dieser Zeit so alles bewegte.
Was allerdings passieren kann, wenn die Haushälterin des Pastors sturmfreie Bude nutzt, zeigte der Sketch "Die Bowle". Die geladenen Damen hatten einen zweiten Bowletopf entdeckt, aus dem sie begeistert probierten. Das Rezept für einen unvergleichlichen Geschmack: die eingeweichten Socken vom Herrn Pastor. Auch die Frauen vom Christophorus-Haus mischten auf der Bühne mit. Und Schützenkönigin Susanne Kropf tanzte als Anita mit Roy Black (Stephanie Krick) "Schön ist es auf der Welt zu sein".
Beim "Babysitter-Buggy" hatte Babysitter Heike Rumpf kein leichtes Leben, war doch Wonneproppen Pastor Ernst Thomas ein recht wildes Baby. Der demografische Wandel macht auch in den Ruhrdörfern keinen Halt. "Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen", wurde zur Rollatoren-Rallye. Es wurde gesungen, geschunkelt und getanzt bis zum großen Finale. Wunderkerzen beendeten ein vierstündiges närrisches Programm.
Westfalenpost vom 25.1.2008