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Die nachstehende Meditation hielt die Geistl. Beraterin der Caritas Nicola Echterhoff auf der Elisabethfeier am 19. November im Pfarrheim. Das Bild ist dem Plakat zur Adventssamlung von Diakonie und Caritas entnommen.

 

Meditativer Impuls mit Bildbetrachtung eines Wassertropfens

Erinnern Sie sich daran, wie Sie als Kinder oder auch später in Ihrem Leben Steine über das Wasser haben tanzen lassen?

Es mussten flache, glatte Steine sein, damit sie auf dem Wasser gleiten konnten und mehrmals auf der Oberfläche weitersprangen. Mit jedem Aufprall des Steins gab es kleine Kreisbewegungen und bei wem der Stein am Längsten auf der Wasseroberfläche blieb, der hatte gewonnen.

Oder haben Sie mal beobachtet, was passiert, wenn Sie einen Stein ins Wasser fallen lassen. Je nach Größe des Steins und je nach der Tiefe des Wassers gibt es kreisförmige Wellenbewegungen, die immer größer werden. Die Wellen haben es meist nicht eilig, sie breiten sich mit einer Gelassenheit und Ruhe aus, die auf den Betrachter entspannend wirkt. Er findet zu seiner eigenen Tiefe.

Es ist verlockend, zuzusehen und sich in diese Bewegung mit hineinnehmen zu lassen.

Eigentlich müsste man diesen Kinderspielen immer mal wieder nacheifern, einfach deshalb, weil sie uns und unserer Seele so gut tun.

Dieses Geschehen geht folgendem Bild voraus. Ich möchte Sie einladen, dieses Bild auf sich wirken zu lassen. Genießen Sie die ausstrahlende Ruhe und tauchen Sie mit ein in die Tiefe:

Wir sehen einen Tropfen Wasser

Schwungvoll muss er aus der Mitte nach oben gewirbelt worden sein

Als wäre vorher an der gleichen Stelle ein Stein in die Tiefe hineingefallen

Und hätte ihn nach oben herausgedrückt

Ein kleinerer Tropfen ist auch gerade dabei, sich zu entwickeln

Was ich noch sehe

Kleine und größere Kreisbewegungen des Wassers,

Die über den Bildrand hinausgehen

Und ein wohltuendes Blau

Und Lichtschimmer auf den Kreisen

Am Liebsten würde ich mit den Kreisbewegungen, die hier unendlich sind, mitgehen und mich in Ruhe, Gelassenheit und Entspannung mit auf die Reise nehmen lassen

Meine Sehnsucht geht dorthin,

mich tief in mir zu sammeln

Mir vorzustellen

Ich sei ein Stein

Abtauchend

Selbst schwer werdend

Sich fallen lassend

Von der Leichtigkeit und

Schwerelosigkeit umspielt

Nichts sehend

Nichts hörend

Hier kann die Seele baumeln

Hier findet sie für einen Moment ihre Ruhe

Hier darf ich nur für mich sein

Und meinen Seelendurst löschen

Hier kann ich dem begegnen, der von sich sagt,

er sei das Wasser des Lebens

dem, der mich in meinem Herzen kennt und mehr weiß,

als jeder andere, was ich wirklich brauche

hier in der Tiefe brauche ich nicht wegtauchen

weil ich mich geborgen fühle

geborgen im Vakuum des Wassers

Und geschützt durch seine Weite

Zart berührt durch die Stille,

die Gott mir hier schenken will

Ich fühle mich

vom Wasser

getragen

umspült

Erfrischt

und gereinigt

neu belebt

und

neu bewegt

in Geist und Seele

kann ich wieder auftauchen

an die Oberfläche

und mitten ins Leben

jetzt bin ich wieder bereit,

mit anderen

in ihre Tiefe, in ihr Leid,

in ihre Krankheit, ihre Gebrechen

und Nöte zu gehen

jetzt kann ich das,

was ich in meiner Tiefe gefunden habe

mit anderen teilen,

an andere verschenken

ich fühle mich wie ein Tropfen

der wieder neuen Schwung hat

und sich von der Oberfläche des Wassers

abhebt

und der in seinem Einswerden mit dem Wasser

erneut das Wasser bewegt

und es Kreise ziehen lässt

Manchmal muss ich abtauchen

und mir selbst helfen lassen,

damit mein Helfen bewegen kann

Vielleicht ist es so wie im folgenden Lied:

Ins Wasser fällt ein Stein,

ganz heimlich still und leise,

und ist der doch so klein,

erieht doch weite Kreise.

Wo Gottes große Liebe

In einen Menschen fällt,

da wirkt sie fort in Tat und Wort.

Nimm Gottes Liebe an.

Du brauchst dich nicht allein zu mühn,  

denn seine Liebe kann

in deinem Leben Kreise ziehen.

Und füllt sie erst dein Leben

Und setzt sie dich in Brand,

gehst du hinaus, teilst Liebe aus,

denn Gott füllt dir die Hand.

 

 

 

Pastoralverbund Oeventrop / Rumbeck | info@pvor.de